Die Traditionelle Chinesische Medizin stützt sich bei der Behandlung von Akupunkturpunkten auf eine der "vier Säulen" ihres theoretischen Konzeptes, das Qi.
Dieses Qi ist zu verstehen als vitale Energie mit einem funktionalen Wirkprinzip, das allen Aktivitäten von Organen zugrunde liegt, diese belebt und im Wesentlichen ihre Funktion bestimmt. Die im Körper in den Meridianen fließende, nährende Grundsubstanz kann über bestimmte Punkte auf ihren Bahnen stimuliert werden, dadurch ist Einflussnahme auf das körperliche, geistige und seelische Befinden möglich.
Daneben gibt es Bereiche im menschlichen Körper, die als Entsprechungszonen die Abbildung des gesamten Organismus repräsentieren. Zur Erklärung der Wirkungsweise solcher Somatotope oder Mikrosystemen reicht das Modell der traditionellen chinesischen Medizin nicht aus, da die Referenzpunkte dieser Somatotope nicht ausschließlich auf den Meridianen liegen. Einige der Mikrosysteme repräsentieren zwar ein Gesamtsystem oder ein spezialisiertes Teilsystem der Meridiane bzw. Funktionskreise, ein Großteil der Somatotope bildet jedoch Körperregionen, Organe und Funktionen ab, ein direkter Bezug zum Meridiansystem ist hierbei nicht mehr gegeben.
Zum besseren Verständnis der nachweisbaren Wirksamkeit wurde bisher auf die Idee eines koordinierenden und regulierenden Nervensystems zurückgegriffen, weitere Erklärungsversuche neuerer Art nutzen Erkenntnisse aus Systemtheorie, Kybernetik, Chaosforschung, Biologie und Physik.
Der Begriff Somatotop stammt ursprünglich aus der Neurologie und erklärt dort den sensorischen und motorischen Homunkulus, in Form von somatotopen Projektionsfeldern auf beiden Hemisphären. Die Bezeichnung wurde später im Kontext von Mikrosystemen der Akupunktur übernommen, neuere Forschungen in diesem Bereich nutzen die Bezeichnung MAPS (Mikro Aku Punkt Systeme).
Bei Somatotopen handelt es sich um grundsätzlich bei Lebewesen bestehende Phänomene. In speziellen Mikrobereichen befinden sich potentielle embryonale Informationsträger, die bei Bedarf zur Regeneration oder Regulation aktiv werden bzw. für therapeutische Zwecke bewusst von außen stimuliert werden können.
Die zahlreichen Mikrosysteme sind über den gesamten Körper verteilt, die bekanntesten befinden sich am Kopf im Bereich von Gehirn, Mund, Ohr, Gesicht, Zunge und Mundhöhle, am Rumpf, sowie an den Extremitäten im Bereich von Armen und Beinen, Händen und Füßen, Fingern und Zehen. Bei Ausfall der Funktion eines oder mehrerer Systeme durch Trauma, Vernarbung oder Amputation kann daher ein Rückgriff auf andere Bereiche mit gleicher funktioneller Wechselbeziehung erfolgen.
Die Merkmale von Mikrosystemen sind hauptsächlich die folgenden: